Reiseblog 2005 - Thailand, Chiang Mai
Reisen ist tödlich für Vorurteile.
(Dabei Sein)
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Koh Chang, neunte Palme von links
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Great days with great people
Es ist gar nicht so einfach, das Zurückkommen. Eigentlich ist es genauso schwierig wie das Fortgehen. Zumindest in der Vorstellung. Denn am Ende muss man sich nur in ein Flugzeug setzen und das Rauchen einstellen. Und dann fragt man sich, wieso die das überhaupt noch erwähnen, das mit dem Rauchen, wobei das schon seit hundert Jahren verboten ist und keiner mehr auf die Idee kommt, sich im Flieger eine Tschik anzubrennen. 
Was ist schon selbstverständlich? Das Fragen stellen, das ist im Ausland viel Selbstverständlicher als zu Hause. Daheim gibt es all diese unverständlichen Selbstverständlichkeiten, die man vor lauter Routine gar nicht mehr wahrnimmt, die man nicht mehr überdenkt, sondern einfach tut, da reagiert das Gehirn reflexartig darauf, wie die Hand, die vor dem Feuer zurückzuckt.
Wenn man fort ist von daheim, da gibt es keine Selbstverständlichkeiten, da ist alles besonders. Und man stellt diese Fragen, wie ein kleines Kind, das sich wundert, warum der Himmel blau und nicht zum Beispiel milkakuhlila ist. Man staunt. Man fühlt sich frei, weil einem nichts gehört.
Zuhause ist kein Ort Das Zimmer, das nicht nach einem selbst riecht, das macht einem Angst zu Beginn, und man liegt in einem fremden Bett und von draußen dringen ungewohnte Geräusche zu einem vor, und man fragt sich, ob man überhaupt einschlafen können wird in der Nacht.
Doch irgendwann ist das Bett deins, und die Laken auch und du hast gelernt, dass zu Hause nicht da ist, wo du ein Dach über dem Kopf hast, sondern wo Freunde sind und Familie.
Gekannt werden gibt Geborgenheit Süchtig nach Aufmerksamkeit wirst du, in der Ferne. Elektronische Post, am besten jeden Tag, sonst fühlst du dich einsam, auch wenn du neue Freunde gefunden hast hier. Aber die kennen dich nicht wie du bist, so in gewohnter Umgebung, vielleicht doch, ich meine, vielleicht kennen sie dich besser, als deine Freunde daheim, denn die haben sich bereits ein konstantes Bild von dir gemacht.
Manchmal ist das nicht schlecht, wenn jemand, der dich mag, ein Bild von dir hat. Das wohlwollende Bild wird Selbstverständlichkeit, man muss sich nicht verkaufen, Tag für Tag, und sich beweisen.
Doch manchmal, und das weißt du jetzt, wo du fort warst, steht es deiner Entwicklung irgendwie im Weg, so ein Bild. Es ist schon so verstaubt, dass du dich selber gar nicht mehr richtig erkennen kannst, geschweige denn jemand anderer. Würde man näher hinsehen, so wären da ein paar feine Gesichtlinien mehr in deinem Gesicht und die Augen sähen älter aus und ernster.
Da gibt es welche, die haben dein altes Bild so klar vor ihrem inneren Auge, dass sie die Veränderung gar nicht bemerken. Doch der Unterschied ist merklich vorhanden, und der Betrachter versteht ihn nicht. Er wird misstrauisch und unsicher.
Er weiß nicht, ob er dir noch vertrauen kann, oder ob du jetzt glaubst, dass du etwas Besseres bist, nur weil du "die grosse weite Welt" gesehen hast. Doch sie müssen keine Angst haben - dein Bild von ihnen ist ja gleich geblieben - du hast gelernt, von außen zu beurteilen, nicht von mittendrin. Du bist viel eher derjenige, der Angst hat. Angst vor diesem Misstrauen, Angst, weil du herausgerissen warst aus dem Leben, weil du die Running Gags vielleicht nicht verstehst und nur abwinken, wenn du nachfragst, was passiert ist - da muss man dabei gewesen sein, das kann man nicht erklären .
Es ist gut so wie es ist Aber so ist das halt, es ist okay, denkst du dir. Man darf sich eben nicht darauf verlassen, dass irgendetwas gleich bleibt, ohne Veränderung. Und das ist doch auch gut so. Die Konstante in deinem Leben wirst immer nur du selbst sein. Und selbst du bist immer anders. Und wenn du das weißt, dann brauchst du vor nichts Angst haben, nur vor dem Stillstand.
Es ist die zweite Generation einer Freundschaft. Die Gesichter sind ähnlich und ein Name bleibt gleich: der meinige, denn den habe ich von Mamis Schulfreundin Kathi geerbt, Annas Mutter. Manche Menschen stolpern sich einfach so, ohne große Anstrengung, immer wieder zufällig über den Weg, sind Gefährten, so ist das wohl.
Während sich die Töchter gemeinsam in Südostasien vergnügten, nähten die Mütter nach jahrelanger Sensepause gemeinsam an Pferdedecken. It's a strange world we're living in.
Nachdem Anna und ich uns in der Zugfahrt gegenseitig von Schwierigkeiten mit unseren bösen Männern vollheulten, lebten wir ganz den Film "Manche mögens heiß" - im Nacht-schwitz-zug von Bangkok nach Chiang Mai.
Unvergesslich: die kotzgrünen Vorhänge.
Die Runde erweiterte sich Einige Tage später stieß Pia hinzu, die soeben Hilfe in einem Flüchtlingslager in der nahen Provinz Mae Hong Song leistete. Großen Respekt und tiefen Hutzug. Sie begrüßte uns mit den Worten: "Ich komm' mir vor wie ein Bauer, der in die Stadt kommt."


The boys, the boys Und dann waren da noch die Jungs. Manchmal muss man dem Zufall, oder dem Schicksal, wie auch immer man es nennen will, die Zügel in die Hand geben. Dann ergeben sich wundervolle Dinge, wie ganz von alleine.
Rede mit Fremden Und so verließ sich Anna auf den Rat von Fremden, die sie in einer wildfremden Stadt per Visitenkarte mit noch fremderen Menschen zu verkuppeln beabsichtigten, und traf diejenigen welchen. Wir besuchten gemeinsam den schwulen Wolfgang und seine Tochter (die Familiengeschichte kann man sich ja ausmalen) in ihrem noch nicht fertig gestellten Haus und tranken herrvorragenden grünen Tee mit Nicki in seiner Teefarm. So wie es der Zufall will, ist Jonas (im Bild unten links) der Neffe des Teemoguls. Und Philippe, sein Pariser "Schäfchen" (nein, nicht was ihr denkt).
"Mr. Beatle" Jonas links, Philippe Superstar in der Mitte und Anna, die Herrliche, rechts.
Jetzt möchte ich gerne ein bisschen ausholen.
Vor einige Tagen noch, habe ich folgende Zeilen verfasst:
Hier ist anders, daheim bleibt gleich
Endstation. Mein europäisches Herz sehnt sich so sehr nach der gewohnten Kultur, dass es den Asiaflair gar nimmer richtig genießen kann. Und die Hitze, die macht mir zu schaffen. Klar, ich entscheide mich immer noch für die Schweiß treibende Hitze hier statt den Wiener Schneematsch, einen tristgrauen Himmel reflektierend, dort.
Doch es ist der Schmutz an den Füßen, der stört, es ist die Tatsache, dass man sich vor lauter Abgas verpesteter Luft nicht das Gesicht befingern kann. Es sind die Nudelsuppen- Trockenmeeresfrüchte- und Hühnerhautsticksstände, die jede Straßenecke anders deodorieren. Es ist der Sinn fuer Ästhetik und Schönheit, der hier im Alltag fehlt - die Kultur, die Musik, das Weltstädtliche.
Die Wiener Cafes vermisse ich, mit den weißen Spritzern und den Stofftischdecken, die Musiklokale mit den bemüht desinteressiert wirkenden Gesichtern, die melodramatischen Gespräche, das Sudern, das Essen, ja das Essen. Käse, Schwarzbrot, rotes Fleisch. Den Billa und den Merkur.
In Chiang Mai lässt es sich leben, o ja. Was mich betrifft: Bitte mit Ablaufdatum. Es ist vor all dem anderen das Zuhaus-Gefühl, das fehlt. Und das ist da, wo Familie ist. Und Freunde. Aber es ist auch das Rundherum, der Geruch, die Atmosphäre, die Farbe des Lichts. Hier ist anders, daheim bleibt gleich.
Spielen wir Domino? Die wenigen Tage mit Anna, Pia, Jonas und Philippe haben mir ein bisschen Zuhause zurück in mein Leben gebracht. Sie haben mich glücklich gemacht. Menschen, wie Dominosteine, die sich gegenseitig stützen und gleichzeitig wieder Bewegung ins Spiel bringen.



Der sichtlich erheiterte Herr rechts ist übrigens der Wummi. Ein erfrischender Münchner mit thailändischen Wurzeln, der uns mit seinem trockenen Humor zu erheitern versuchte. Achja: In dieser Illustration kann man schön Philippes beiden Schnurrbärte betrachten.
Nach über vier Monaten Chiang Mai habe ich doch noch einen anständigen Nachtclub gefunden. Die Livemusiker bestachen zwar nicht mit außerordentlichem Talent, aber die Bühne war schön abgefakt und der Trinkgarten schön stylisch. Ganz wies gefällt.


Der Nachhauseweg erwies sich jedoch als schwierig. Weit und breit kein TukTuk. Ratlosigkeit in unseren Gesichtern.

Endlich: das letzte TukTuk der Welt. Wir quetschten sich zu fünft hinein.
Fußmassage und Rosenbeschuss


Eine halbstündige Fußmassage am Sunday Market kostet etwas über einen Euro.

Philippe und seine "Freundinnen".

TukTuk: Fenster zu einer anderen Welt.


Wicked: Der Rock Reggae Club. Holprig nachgespielte Bob Marley Songs gesungen mit unverkennbar thailändischem Akzent. Nur erträglich von Mr. Afro hier im Bild.

Kinderarbeit in Nachtclubs. Wir beschlossen verhement, dies nicht zu unterstützen. Jonas lud stattdessen den müden Jungen auf ein Tonic ein, welches dem Burschen ein Weihnachtslächeln entlockte.





(HIER KLICKEN: Reisegruppe Chiangmai 12: Hier ist anders, daheim bleibt gleich)
Endstation. Mein europäisches Herz sehnt sich so sehr nach der österreichischen Kultur, dass es den Asiaflair gar nimmer richtig genießen kann. Und die Hitze, die macht einem zu schaffen. Klar, ich entscheide mich immer noch für die Schweiß treibende Hitze statt den Wiener Schneematsch, der einen tristgrauen Himmel reflektiert, dort. Es ist der Schmutz an den Füßen, der stört, es ist die Tatsache, dass man sich vor lauter Abgas verpesteter Luft nicht das Gesicht befingern kann. Es sind die Nudelsuppen - Trockenmeeresfrüchte- und Hühnerhautsticksstände, die jeder Straßenecke anders deodorieren. Es ist der Sinn für Ästhetik und Schönheit, der hier im Alltag fehlt - die Kultur, die Musik, das Weltstädtliche.
Die Wiener Cafes vermisse ich, mit den weißen Spritzern und den Stofftischdecken, die Musiklokale mit den bemüht desinteressiert wirkenden Gesichtern, die melodramatischen Gespräche, das Sudern, das Essen, ja das Essen. Käse, Schwarzbrot, rotes Fleisch. Den Billa und den Merkur.
In Chiang Mai lässt es sich leben, o ja. Was mich betrifft: Bitte mit Ablaufdatum. Das Zuhaus- Gefühl bleibt aus. Und das ist da, wo Familie ist. Und Freunde. Aber es ist auch das Rundherum, der Geruch, die Atmosphäre, die Farbe des Lichts. Hier ist anders, daheim bleibt gleich.
Ich kann es kaum erwarten. Auch das Reflektieren, das Zurückschauen.
(HIER KLICKEN: Reisegruppe Chiangmai - Wien 13: Das Zurückkommen)
Liebe Freunde der blinden, Maiskorn findenden Hühner,
Lasst Euch von meinem Meister erzählen. Und zwar jenem bemerkenswerten Mann, der in einem unscheinbaren Häuschen der unaussprechlichen Chang Puak Road in Chiang Mai wohnt.
Ein Haus wie jedes andere?
Von der Straße aus gesehen, gleicht das Häuschen vielen thailändischen Bauten; verlottert wächst es nahe der stark befahrenen und Luft verwesten Straße aus staubiger, unfruchtbarer Erde. Sogar für erfahrene Songthaeofahrer, also den Lenkern der zweibänkigen roten Taxipickups, ist das graue Häuschen mit den Eisen schweren Gittervorbau schwer zu finden.
Riecht das gut, ist das neu?
Schiebt man die Einganstür beiseite, kommt einem ungeahnt frische Luft entgegen, was eine ähnliche Wohltat für Thailand affine ergo reizüberflutete Nasen ist, wie der Lärm aus umliegenden Bauten, Gäßchen und Innenhöfen ein gar atonales Konzert für Ohrwaschln darstellt.
Freaks of Nature
An der Miniapotheke im Vorraum und Wartesaal vorbeigekommen, stürzen einem gräßlich anmutende haarige Ratten entgegen: Überzüchtete chinesische Schoßhunde mit zerquetschten Fratzen, seltsam gebogenen Schwänzen und einem furchtbar hohem Bellorgan.
Sinchais Ehefrau mit einer ihrer Ratten.
Die in Flipflops wenig geschützten Füße müssen sich die wenigen Stufen in den ersten Stock hinauf nicht nur tretend gegen diese Bestien wehren, sondern auch noch gegen die graue Malteserkatze mit dem amputierten und mehrfach (absichtlich) gebrochenen Rattenschwanz, die auch nur zu gerne auf menschliche Zehen herumkaut.
Sinchais Füße können ein Liedchen davon singen. Dies ist des Meisters Name. Sinchai. Sinchai Sukparsert..
Der mit dem Tastsinn sieht
Der 62-jährige geborene Bangkoker, ist seit seinem vierten Lebensjahr blind. Er begrüßt einen mit einem verzerrten, freundlichen Lächeln, die Hand nach Körperlichem tastend. Dabei richtet sich sein linker, beinahe gänzlich weißer Augapfel auf einen, ohne zu erkennen. Das andere Lid bleibt verschlossen.
Massiert Sinchai, schließt sich sein offenes Auge, nur der Mund mit dem einzeln vorstehenden Vorderzahn bleibt für ein vielsagendes “Ohhh” oder “Aaaah” geöffnet.
37 Jahre Körpertherapie
Der Meister lernte in der nun bereits geschlossenen "School for the Blind" in Bangkok und praktizierte als Chefmasseur 37 Jahre lang im Chiang Mai University Hospital. Seit etwa vier Jahren macht Sinchai sein umfassendes Wissen um die Kunst der traditionellen Thai Massage in seinem eigenen Massagesalon zugänglich. Seit einem Jahr nimmt der Thai mit der einzigartigen Daumenmethode auch Lehrlinge aus aller Welt an. 
Wissenbegierig wie er ist lernte er so das für sehbehinderte Menschen wichtigste Vokabel in verschiedensten Sprachen kennen: "Achtung!"

Gut, weil anders
Als seine Ehrfurcht ergebene Schülerin, genieße ich die familiäre, intime Studienatmosphäre in Sinchais einfachen Gemächern. Was die charakterlose Inneneinrichtung an liebenswerten Eigenheiten entbehrt, bekommen Besucher durch ganz andere Dinge zu spüren: Durch ein freundliches Willkommen, den Eigenwillen der vierbeinigen Mitbewohner oder die zurückhaltende Gastfreundlichkeit von Sinchais Ehefrau, die uns Studierende regelmäßig mit Tee, Kuchen und Früchten in der Pause versorgt.
Good Pain
Die Methodik, die Sinchai lehrt, ist für thailändische Verhältnisse ungewohnt westlich angepasst. Bekommt man hier eine Massage verpasst, muss man nicht im Sinne des Wortes stundenlang auf die Behandlung des geschundenen Rueckens oder Nackens warten, während ewig an den Beinen gewerkt wird. Sinchai weiß um die Probleme und Erwartungen der "Westler" und beginnt mit eben jener häufigen Problemzone. Dabei wendet er einen relativ sanften, und therapeutisch äußerst wirksamen Griff an.
Unter Sinchais Händen lernt man vielleicht am Besten zu verstehen, was die von Nuadpraktikern nur zu gern gebrauchte Phrase "Good Pain" bedeutet und welchen Wirksamkeit diese Methodik besitzt.
Wahrlich ein Meister
Ein bemerkenswerter Mann. Einen Monat habe ich nun lernend bei ihm verbracht. In Nuadkreisen, vor allem unter ausländischen Studierenden, wird Sinchai aufgrund seiner Zurückhaltung und Bescheidenheit, eher als Geheimtipp gehandelt und unter anderen großen Meistern - wenn überhaupt - als einer der letzten genannt.
Doch Bekanntheit ist nicht immer eine Garantie für Qualität, vor allem nicht in Chiang Mai, wo teure Schulen einfach nur teurer und nicht unbedingt besser sind als preislich angemessene Institute. Gerade deshalb empfinde ich es als große Ehre, hier gelernt haben zu dürfen. Denn in Sinchais Bescheidenheit liegt wahre Größe versteckt und seine Augen sehen besser als viele.
Und wie geht es eurem Körper?
(HIER KLICKEN: Chiang Mai Report 11: Great days with great people)
(HIER KLICKEN: Reisegruppe Chiangmai, erster Ausflug)
Liebe Freunde der vervirten Hundeviecher und Kokosnussdrinks,
2006 ole, ole, ole!
Es warat soweit: 2006 ist’s schon, man kann es gar bezweifeln. Grad war’s doch noch Millenium, net woahr? Naja, wir werden nicht jünger, gengen’s Herrschaften? Also wo war ich denn zur Jahreswende?
One Night in Bangkok
Also,
Ich trieb Freundin Eve solange durch das ameisenhaufenartige Gewusel Bangkoks, bis diese beinahe einen Kreislaufzusammenbruch in einer ganz normalen kakerlakenverseuchten Seitengasse erlitt. Diese verfiel ohne sich weiter darum zu kümmern einer ganz naturgemässen Einkaufswut. Tags darauf entschieden wir Gören uns für eine viel chilligere Thailandperspektive: Das Inselhopping.
Ein Vorgeschmack. Lehnt euch schon mal zurück.
Der Zustand der Lethargie oder am Lonely Beach in Koh Chang
Das Idee des Gehoppes ist dann aber "im Eifer" des Sonnenbadens verloren gegangen. Es ist nämlich ein ganz normaler Zustand, dem jeder Tourist eher früher als später unterliegt, müssen Sie, werter Leser, wissen; vor allem bei jenen Urlaubern, die in dynamischen Duos oder in Herden reisen: jeglicher naive Eifer, jeder weltenbummlerischer Ehrgeiz entflieht eher früher als später einer herrlichen Lethargie.
Die Zeit scheint gleichzeitig schnell und unendlich langsam zu vergehen – und selbst des Abends in einem anderen Strandrestaurant essen zu gehen, scheint alle Beteiligten ein erstaunliches Mass an Überwindung zu kosten. Bis zum Schluss probierten die gute Ewa und ihr Autor das fancy Strandbeisl mit den hübschen weißen Fahnen im Wind nicht aus – aus dem einfach Grund, weil der werte Bungalow zu weit davon entfernt lag.
Die Basics einer Reise
Zu Silvester aber, da feierten Eva und ich eben dort. Aber zuerst einmal sollten wir die Basics klären: Wann und wer haben wir bereits, “Wo?” würde jetzt anstehen. Also es warat Koh Chang gewesen. (www.ko-chang.info/) Die Insel liegt im mittleren Bereich von Thailand, eher östlich, an der Grenze zu Kambodscha. Keine Ahnung, warum zum Geier ich genau diese Insel ausgesucht habe. Auch dass die Wahl auf den “Lonely Beach” fiel, war eher Zufall, vielleicht aber auch (für die Romantischen unter euch) Bestimmung.
Die Reise startete auf Bangkoks Touristenmeile Kaosan Road (der Backpackerstrasse) mit einer etwa sechstündigen Busreise (300 Baht) nach Trat, der Hafenstadt. Hatte man die erst überstanden, war der ärgste Stress vorbei. Geldprotzer und Bequeme können auch mit der Luftmaschine fliegen.
Mit dem Kopf auf dem Rucksack knotzte man dann eine ¾ Stunde lang auf einer Fähre (300 Baht hin und retour) ehe man am Festland angekommen, in einen der Pickups stieg. Der “White Sand Beach” gilt als der touristischste aller Strände Koh Changs, schon alleine deshalb, weil er der nächste zum Hafen ist. Fette männliche Deutsche oben ohne, nicht wenige dieser Sorte auch noch in Riemchenpantoffeln zu weissen knöchellangen Socken, braun gebrannte Frauen mittleren Alters mit ernsten Mundfalten und lustigen Rastazöpfen, und vieles mehr was erschreckt und Zechennägel aufrollen lässt, erblickte man da vom Pickup aus gesehen und ward froh, sich weitest möglich zu entfernen. Lonely Beach ward da anders.
Der Unterschied liegt im Preis
So einsam wie’s namentlich phrophezeit wird, war’s natürlich bei weitem nicht. Auch als “Backpackerstrand” würde ich’s eher nicht bezeichnen, auch wenn das durchschnittliche Alter (18 – 45) stimmt und die Menschen tatsächlich mit Rucksack anreisen. Den Unterschied kann man ganz einfach an den Preisen bemessen.
Auf dem Lonely Beach findet ein ganz normaler thaländischer “Rib-Off” statt. Ganz normal bedeutet in jenem Fall, dass die Preise bis zu VIER MAL teurer sind, als in Thailands Grossstädten. Für ein Abendessen ohne Getränke zahlt man also nicht 20-40 Baht, sondern 80-120 Baht. Und im 7-eleven bekommt man schon mal einfach so eine Touristenpauschale von 30 Baht dazugerechnet. Naja, eh.
Erfrischender als Wasser: die ordinäre Kokosnuss. Macht schön. Normaler Preis: 20 Baht. Rib-Off-Preis Koh Chang: 50 Baht.
Ja mei, so schänn!
Trotzdem ist der Lonely Beach ein Bilderbuchexampel von einem Sandstrand. Weisser, feiner Sand, swimmingpoolblaues Meer, ramontische Sonnenuntergänge und Kokosnusspalmen. Es lässt sich schon leben dort. Wenn man gesund ist. 


Gesunde Backerln.
Obs die virenverseuchten Hundsviecherbabys, die überall auf der Insel herumkrebsen, verschuldet haben, oder der winddurchlässige Bungalow – eure Berichterstatterin und später ihre Freundin Tanja, hat’s ordentlich erwischt mit der Erkältung. 
Die Ursache allen Übels? Diese süssen Ratten da.
Und da sehnt man sich schon nach einer warmen Dusche, stabilen Wänden und einer gscheiten Krankenversorgung.
Tanja schwebt vorbei. Ein deutscher Touri zum anderen: "Das ist auch so eine, die uns das Herz brechen würde."
Der Bungalow, der beste Freund des Windes.
Partyfreuden am New Year's Eve

Silvester jedenfalls war alles noch gesund und heiter und ausgelassen und fröhlich. Eve und ich bewunderten im Sangsomrausch (thailändischer Whiskey, der auf wundersame Art und Weise keinen Kater hervorruft) die Künste der thailändischen Feuerartisten und die pompösen Feuerwerke am Strand. Hunderte Menschen aus aller Welt mit uns mit. Ums Lagerfeuer getanzt. Weisse Ballons steigen lassen. Countdown gezählt. Keinen Walzer getanzt. Mond im Meer geschaut. Geil war’s.
Ballons, wie am Krathong Festival. Himmel voller Sterne.


Spät aber doch also: Habt ein schönes Neujahr. Macht euch keine guten Vorsätze, ändert einfach irgendetwas. Sagt jemandem, dass ihr ihn lieb habts. Und jemand anderem, dass ihr ihn nicht vergessen habts.
P.S.: Ehrliches Danke an Eve für die wundervollen Fotos (mehr gibt's hier). Grummeliges Danke an die dumme kleine F. im Internetcafe, die meine Fotos von der Digicam gelöscht hat.
Eckdaten 29. - 30. Dezember / Bangkok 30. 12. - 11. Jänner / Koh Chang
(HIER KLICKEN: Reisegruppe Chiangmai, zehnter Stop: Chang Puak Road)
(HIER KLICKEN: Reisegruppe Chiangmai, erster Ausflug))

Strasse zum Paradies

Trompetenbaum, riecht gut.
Vorher / Froesche am Food-Market: Riechen nix gut.
Nachher / Fische am Spiess: Riechen besser, aber trotzdem pfui gack.
Cool am Pool
Bananenbaum oleoleole...
Marco (Slowenien) und Sarith (Israel)
Zum Entertainer geboren: Adam, aus Australien.
DAS WAR'S.
(HIER KLICKEN: Koh Chang, neunte Palme von links)
(HIER KLiCKEN: Reisegruppe Chiangmai, erster Ausflug)
Im vorletzten Bericht habe ich angekündigt, euch von der Inderin zu erzählen, die mich wieder dazu gebracht hat, auf das Essentielle zu achten. Beinahe hätte ich vergessen, dasselbige zu erötern. Was ist also passiert?
Hummer, Pfeffersteak oder Tintenfischrisotto?
Das will ich euch sagen: Es ist so ähnlich, als sässe man in einem Fünf-Sterne-Restaurant und kann sich einfach nicht für einen Hauptgang entscheiden. Eigentlich wollte man schon immer mal Hummer ausprobieren, aber das Pfeffersteak oder das Tintenfischrisotto klingen auch verlockend. Und dann wären da noch Vorspeisen und Nachspeisen, die klingen einfach alle herrlich, und man hat Hunger, grossen Hunger. Aber man möchte sich nicht übernehmen, will nur so viel aufnehmen in sich, wieviel möglich ist. Da muss man die Kunst der Selektion beherrschen lernen.
Tsunami der Eindrücke
Ich bin jetzt fast vier Wochen hier im Norden Thailands, und werde von einer Flut von Eindrücken überschwemmt. Das geniesse ich in vollsten Zügen.
Das Erlebnis einer vollkommen anderen Kultur, die Fauna und Flora, die Bräuche und Traditionen, die Religion, die Architektur, das umfassende Angebot an alternativen Heilmethoden, das Essen, die Einwohner Chiang Mais und die vielen hier lebenden Ausländer, die oft aus ähnlichen Gründen hier sind, wie ich - all das atme ich täglich ein und kann nicht genug bekommen.
Es gibt so viel zu lernen, zu sehen, zu erfahren, dass ich gerne fünf Gehirne hätte und noch mehr Arme und Beine.
Back to the roots
Doch wenn man einmal einen Weg eingeschlagen hat, muss man sich manchmal zum Ausgangspunkt zurückdenken, vor allem dann, wenn der Weg plötzlich unendliche Gabelungen aufweist. Ich bin hier, um jene Fähigkeiten zu erlernen, die man benötigt, um ein Spa mit traditionellen thailändischen Heilmethoden zu eröffnen.
Ich bin hier, um Nuad zu lernen. Ich bin hier, um Ideen für Philosophie, Optik und Vermarktungsideen meines zukünftigen Unternehmens zu sammeln.
Das hab ich im ganzen Trubel vergessen. Das und nichts anderes sollte auf meiner Prioritätenliste ganz oben stehen.
Nicht dass ich meine wertvolle Zeit mit auf dem Bett herumlungern, Sonnen- oder Mondbaden, Parties oder so verschlampt hätte. Aber das umfassende Angebot, die vielen Möglichkeiten, die ich habe, haben mich strudeln lassen, nervös gemacht und meinen Blick fürs Wesentliche verschleiert.
Listen to me, Girl!
Eine schlaue Inderin hat mir mit simplen Worten die Augen geöffnet. "Gatarina, concentrate on learning se basics. Then keep on goin." Versuche nicht alles auf einmal zu machen. Lerne nicht von allem nur ein bisschen, und von allem eigentlich nichts. Zuerst lerne dir ein Grundwissen an, dann denke weiter.
Immer langsam mit den jungen Pferden
Hat man einen langen Weg vor sich, muss man langsam einen Fuss vor den nächsten setzen. Babyschritte machen. Es ist wie das Beispiel, dass der alte Strassenkehrer in "Momo" bringt. Sieht man die ganze, unendlich lange Strasse vor sich, die man mit seinem winzigen Besen kehren muss, so verzweifelt man leicht, denkt sich: Wie soll ich das bloss schaffen?
Das ist der falsche Weg. Man muss sich die Zeit nehmen, den Weg in Abschnitte zu unterteilen, sich spielend auf die nächsten fünf Besenkehrer konzentrieren. Hin und her und her und hin - schon ist man dem Ziel etwas näher. Und irgendwann richtet man den Blick vom Besen und man ist beinahe am Ende der Strasse angelangt.
Her mit dem Hummer
Ich nehme mir so viel Zeit, wie ich brauchen werde, um meine Ziele zu erreichen. Ich lasse mich nicht von der vollen Speisekarte einschüchtern. Denn Hummer wollte ich immer schon mal essen, und dieses Restaurant hier, ist berühmt für seine Hummer.
Mahlzeit.
Liebe Freunde der japanischen Bratente mit Erdnusssosse,
Winterzeit...
Es ist Winter in Chiang Mai. Seit etwa einer Woche gibt es einen radikalen Temperatursturz von minus zehn Grad. Abgezogen von dreissig Grad natürlich. Aber nur des Nächtens. Ich bin trotzdem angefressen. Die Gelsen in meinem Zimmer auch, und zwar mit meinem Blut. Null negativ glaub ich, das scheint ein drei Hauben Menü zu sein für die Mistviecher. Kauft euch bloss nie Hansaplast Mückenspray, wenn ihr in die Tropen fahrt. Das bringt gar-nichts. Nada. Scheint den Mosquitos sogar zu schmecken. Oder ich esse zuwenig Knoblauch, oder was weiss ich.
Die dritte Woche intensiven Thai Massage Trainings neigt sich dem Ende zu, und mein Körper zeigt erste Anzeichen von einem Burn-out. Nicht ungewöhnlich, wenn man sechs Stunden pro Tag Körper und Gehirn anstrengt.
Erste Anzeichen von Müdigkeit.
Wie mein ganz normaler Tag aussieht?
Also: Der Kurs, gerade Thai Yoga Massage Advanced Level, beginnt um neun Uhr. Jeden Tag gibts gratis Yoga um sieben Uhr dreissig. Diejenigen, die mich gut kennen, wissen: Vor zehn Uhr bin ich auf dem geistigen und körperlichen Niveau eines Kleinkindes. Und da ich keinen Kaffee trinke, kann ich dagegen auch rein gar nichts unternehmen, ausser so lange wie möglich in der Embryonalstellung zu verharren.
Yoga isalsonich.
Mein prunkvoller Palast, meine herrschaftliche Bleibe.
Acht Uhr morgens: Zwischen dem fünften und achten Mal Weckerklingeln krieche ich auf allen Vieren ins Bad. Sobald ich den verfliesten Bereich betrete, krieche ich nicht mehr, sondern wanke auf Zehenspitzen, um mich vor den Menschen fressenden Ameisen zu schützen. Die Gelsen haben schon genug von meinem Blut geschmeckt, ich bin ja nicht die Mutter Teresa der Schmarotzer. Morgentoilette, anziehen. 
Der Schminktisch einer Lady, der Fernseher, das Fenster zur Aussenwelt.
Halb Neun: Sanom, mein Red Cab Driver (Red Cabs: Rote Pick-ups, billiger als TukTuks, gewöhlich statt Bussen mit konstanten Haltestellen für Thaimassentransporte gedacht – mitgenommen wird, wer am Weg liegt) steht schon bereit. Der Gute redet in Thaikauderwelsch auf mich ein, während ich mich mit verschränkten Armen und mit Sonnenbrille getarnt in meinem Sitz verkrieche.
Seit einiger Zeit fährt Sanoms Frau mit, ich glaube fast sie ist eifersüchtig, hihi. Sanom ist der vorsichtigste Fahrer der ganzen Welt. Ich glaube er vertraut dem winzigen Buddhaaltar auf seiner Armatur nicht so ganz. Wir brauchen also für eine Strecke von sagen wir fünf Autominuten, ung. 15 bis 20 Minuten, weil er sich nicht traut, in stark befahrene Strassen einzubiegen bzw. nie über 20 km/h schnell fährt.
In der Sunshine Massage School kennt mich mittlerweile jeder, so kommt es mir jedenfalls vor. Ich werde auf Französisch, Deutsch, Thai und Englisch von allen Seiten begrüsst, versuche sowas wie ein Lächeln zustande zu bringen, und grunze zurück.
Sunshine Massage School, wo allen die Sonne aus dem Arsch strahlt.
Ralf, mein neuer Lehrer bis Ende der Woche, eröffnet den Kurs mit einer Meditation, bei der ich vorrangig versuche, nicht wieder einzuschlafen. Mit geschlossenen Augen zähle ich Worte wie Herz- und Bauchchakra, Erdenergie und Yogaeier, wie Schäfchen vorm Schlafen gehen (by the way: bei mir hat das noch nie funktioniert). Danach bin ich wie durch ein Wunder wach.
Advanced People: (v.l.n.r.: Alexandra [Deutschland], Sarith [Israel], Antoine [Frankreich], Master Ralf [Deutschland], Olli [Deutschland])
Neun Uhr dreissig: Ralf sucht ein Opfer und zeigt eine Nuadsequenz, die wir Notizen machend in unseren Mikrokosmos aufnehmen. Paarweise wird geübt.
Ralfs Opfer ist diesmal Olli, er erträgts mit Fassung.
Schlag Zwölf wird gegessen. Die meisten gehen ins Vegetarische, wo es Tofu in allen erdenklichen Formen und Farben gibt, das nach Fleisch schmecken soll. Ich esse lieber richtiges Fleisch und gönne mir Pad Thai (dünne Nudeln mit Gemüse und wahlweise Fleisch oder Meeresfrüchten) oder auch Fried Rice. Manchmal hau ich mir auch die Ente mit Erdnusssosse von schräg gegenüber rein, von der krieg ich feuchte Träume, boah. Kostenfaktor: 40 Baht. Das sind etwa achzig Cent. Ohne Scheiss.
Um eins gehts weiter im Text. 
Alexandra, die Kraftvolle (Technik vor Gefühl) übt an Sarith.
Um vier ist Schluss. Sanom steht vor der Tür. Der muss denken, ich bin nicht von dieser Welt. Morgens Zombie, immer Zombie. Was soll ich sagen, der Advanced Kurs gibts mir ordentlich. Ich bin am ganzen Körper overstreched.
Haeh? Wasndas, werdet ihr denken. Ihr, mit euren verspannten Nacken, die ihr Billasackerl tragen für eine ernsthafte körperliche Betätigung haltet.
Höret und staunend: Muskelkater ist nicht das höchste der Gefühle. Da gibts noch sowas wie eine Überanstrengung der Muskeln, die nicht zur Verspannung führt, sondern zur Überspannung. Wusste ich bisher auch nicht.
Halb fünf: Der Kreis schliesst sich, ich krieche wieder auf allen Vieren ins Bett und glotze etwas HBO oder Fashion TV.
Eigentlich hatte ich ja vor, weiterhin, was die News betrifft, auf dem Laufenden zu bleiben, aber das krieg ich irgendwie nicht hin, dann abends noch News auf Englisch zu schaun. Hab ich da was missverstanden, oder ist die Merkel tatsächlich Kanzlerin geworden? Keine Ahnung, wie ich das finde. Stefan Raab freut sich bestimmt. Aufgelegte Witze, die die Quoten steigen lassen, was will er mehr? Also bitte um Schlagzeilen artigen Update, meine Lieben.
Wenn mir das Glotzen zu fad wird und der Asia Nudelsnack vom Abend vertilgt ist, klopfe ich an Zarinas Tür (einen Stock höher) und wir gatschen ein bisschen. Es hat sich also ziemlich eingependelt im Moment, das Asialeben. Aber Sonntag, da gehts nach Pai.
Auszeit nehmen in Pai
Auszeit nehmen. Ist ein ziemliches Hippiekomunendorf, hab ich gehört. Und heisse Quellen gibts da auch. Was will ich mehr? Sie werden berichtet werden, meine Herrschaften….
Salut...
erster Ausflug)
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dritter Ausflug
vierter Ausflug
fünfter Ausflug
sechster Ausflug
siebenter Ausflug
Uto-Pai, achter Trip
Chang Puak Road
Das Zurückkommen